Geschichte des Cartellverbandes

Zu Beginn des 19. Jahrhunderts verstärken sich die Auseinandersetzungen zwischen der katholischen Kirche und den vom Gedankengut der Aufklärung geprägten gesellschaftlichen Kreisen. Anläßlich erneuter Anfeindungen während der Heilig-Rock-Wallfahrt nach Trier 1844 schlossen sich katholische Studenten in verschiedenen deutschen Universitätsstädten zu Vereinen zusammen. Sie hoben sich von anderen Verbindungen dadurch ab,
daß sie keine Mensuren schlugen.

1844 Gründung der Bavaria Bonn

1848 Franz Lorenz Gerbl gründet am 25.06. den “Katholischen Leseverein für Studierende” in München.

1851 Aus diesem Verein entsteht am 05.02. die Aenania

1855 Die auf Initiative der Bavaria gegründete Salia Bonn ruft den UV ins Leben.

1856 Gründung der Winfridia in Breslau. Aufnahme freundschaftlicher Beziehungen zur Aenania am 06.12. (Gründung des CV)

1864 Austria Innsbruck und Guestfalia Tübingen treten dem CV bei

1865 Auf der “Generalversammlung der katholischen Vereine” (CV und 5 weitere Vereine) kommt es über die Frage der Aufnahme der Bavaria Bonn zu Spaltung der Verbindungen und Vereine.

1866 Aufnahme der Bavaria in den CV, die 5 Vereine gründen den “Verband der kath. Studentenvereine zu Berlin, Bonn, Breslau, Münster und Würzburg”, den späteren KV.

1878 Im Zuge des Kulturkampfes wird Alsatia Münster, die sich offen zum Centrum und den katholischen Bischöfe bekannt hat, durch Senatsverfügung aufgelöst.

1899 Der Grundsatz “an jedem Hochschulort nur eine CV-Verbindung” wird aufgehoben.

1904 Im akademischen Kulturkampf versuchen die nichtkatholischen Verbände (auch Wingolf und Schwarzburgbund) die katholischen von den Hochschulen zu vertreiben.

1905 Gründung des “Verbandes dt. Hochschulen” zur Koordination des Kampfes gegen die konfessionellen (katholischen) Verbindungen.

1908 Endes des Kulturkampfes und Auflösung des Verbandes dt. Hochschulen, auf Grund der inneren Geschlossenheit der katholischen Verbände war der Kulturkampf zum Scheitern verurteilt.

1912 Bavaria Bonn, Ripuaria Freiburg, Zollern Münster und Burgundia München schließen sich aus Protest gegen das cartellbrüderliche “Du” zum “Weißen Ring” zusammen.

1921 Durch das “Erlanger Verbändeabkommen” wird die Gleichberechtigung und Gleichwertigkeit der schlagenden und nicht-schlagenden Corporierten anerkannt und gegenseitige Respektierung vereinbart.

1933 Dem CV wird das “Führerprinzip” aufoktroiert. Die österreichischen und sudetendeutschen Verbindungen trennen sich ab und bilden den ÖCV.

1934 Das Katholizitätsprinzip muß aufgegeben werden.

1935 Den katholischen Verbänden droht die Gleichschaltung mit dem NSDStB, auf der 63. CV in Würzburg löst sich der CV im Oktober selbstständig auf. Die Verbindungshäuser werden beschlagnahmt.

1938 Auflösung des AHB durch die Gestapo.

1946 Wiederaufbau des CV in den westdeutschen Hochschulstädten

1950 64.CV in Mainz, Wiederbegründung des CV

1968 Prinzipiendiskussion, besonders der religio

1969 83.CV in Kiel, den Verbindungen, die nichtkatholische Mitglieder aufgenommen haben, wird eine Sondergenehmigung erteilt, “diese Herren auch als vollwertige Bundes- und Cartellbrüder in Zukunft zu führen.” Trennung des CV in Studentenbund und Altherrenbund.

1972 86.CV in Freiburg, klare Formulierung des Selbstverständnisses auf der Grundlage der Prinzipien.

1974 Gründung der CV-Akademie

1975 Beitritt zum EKV

1978 92.CV in Köln, die Aufnahme nichtkatholischer Christen als Gäste wird abgelehnt.

1990 “Charta 90″, Formulierung der Prinzipien in Anlehnung an den gesellschaftlichen Wandel

1993 107.CV in Berlin, der Vorort tritt die Diskussion um das Katholizitätsprinzip erneut los.

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